Die Kuratoranrede von Herrn Hans-Friedrich von Plötz

An die Teilnehmer der Gruppe A des Forums „Jugend-Diplomatie“:

Ich begrüße Sie herzlich und freue mich darauf, die Arbeiten der Gruppe

im April zu begleiten.

Heute möchte ich nur eine allgemeine Vorbemerkung machen sowie drei

Anregungen zur Vorbereitung der Diskussion geben:

Vorbemerkung:

Die deutsch-russischen Beziehungen und die Beziehungen Russlands zum

Westen insgesamt befinden sich derzeit in einer sehr schwierigen Phase;

leider reden wir derzeit häufiger übereinander als miteinander. Der Jugend-

austausch ist einer der wenigen Bereiche, wo die Beziehungen einigermassen

normal geblieben sind.

Die Beratungen bei dem bevorstehenden Forum sollten von einem klaren

Verständnis von Diplomatie ausgehen: Sie hat die Aufgabe, die Beziehungen

zwischen Ländern und Völkern aufzubauen und nicht, sie zu zerstören. Im

deutsch-russischen Verhältnis ist es besonders wichtig, die große Errungenschaft

der letzten Jahrzehnte – die Versöhnung unserer Völker – nicht aufs Spiel zu setzen.

Vorbereitung der Beratungen unserer Mannschaft:

Medienbild:

Die Teilnehmer sollten ab heute die ihnen im eigenen Land verfügbaren Medien

beobachten und auf einer Skala von eins bis drei bewerten, ob sich ihre Bericht-

erstattung und Kommentierung über Themen, die das andere Land (also in Russland

Deutschland und in Deutschland Russland) betreffen,

 

  1. um Objektivität bemüht (Kategorie eins)
  2. jede Objektivität vermissen lässt (Kategorie drei)
  3. oder dazwischen liegt (Kategorie zwei)

Stand der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen:

Wie haben sich Exporte und Importe zwischen Deutschland und Russland in den

Jahren 2013, 2014 und 2015 entwickelt?

Um diese Angaben richtig zu verstehen, wäre es hilfreich, die entsprechenden

Zahlen für den Handel

  1. Russland-China
  2. Russland-Kasachstan (beide Mitglieder der eurasischen Wirtschaftsunion) und
  3. Russland-Ukraine

zu erheben.

Zukunftsperspektive:

Sowohl Präsident Putin wie auch Bundeskanzlerin Merkel haben wiederholt  vorgeschlagen, die Europäische Union und die Eurasische Union sollten das Gespräch

über die Verbesserung der Rahmenbedingungen für ihre Wirtschaftsbeziehungen

intensivieren mit dem Ziel, eines Tages einen gemeinsamen Wirtschaftsraum („von   Lissabon bis Wladiwostok“) zu schaffen, und zwar unter Einbeziehung der Ukraine.

Ist diese Zukunftsperspektive wünschenswert, auch wenn sie nur Schritt für Schritt

realisiert werden kann?